„Nicht warten, schon starten!“-

„Nicht warten, schon starten!“-

Volker Lenz in Gespräch mit Ludwig Prüss

 

  1. L.: Ludwig, Du gibst den Bienen auf unserem Golfplatz weiterhin Heimat und Wirkungsstätte, wie die Jahre zuvor Constantin Walter.

Ludwig Prüss: Ja, z.Zt. habe ich zwei Beuten erworben und auf der Fallobstwiese stehen. Jedes Volk soll ca. 50.000 Bienen haben. Weitere Ableger dieser Völker will ich noch entwickeln und an anderen geeigneten Stellen auf unserem Platz aufstellen. Mit Hinweis-und Aufklärungsschilder werden unsere Mitglieder dazu Informationen erhalten. Und der Honig wird natürlich auch im Golfshop zu erwerben sein. Bei diesem Wetter rechne ich mit ca. 20 kg Honig je Volk.

  1. L.: Braunschweig will ja im Rahmen eines Förderungsprogrammes „ Wildbienenhauptstadt“ Deutschlands werden. So war im Frühjahr zu lesen. Findet da eine Zusammenarbeit statt?

Ludwig Prüss: Die Stadt will im Sommer mit ihren Planungen beginnen. Wir wollen kooperieren, aber nicht erst dem Ende der Planungen entgegen sehen. Nicht warten, sondern schon starten, halte ich für richtig. Geeignete Hinweise und wissenschaftliche Unterstützung bekommen wir dafür von dem 2016 gegründeten Bieneninstitut des Julius Kühn Bundesforschungsinstitutes für Kulturpflanzen in Braunschweig. Eine erste Platzbegehung hat bereits stattgefunden. Das know-how dieses Bieneninstitutes ist beeindruckend und es ist naheliegend, dieses auch für uns zu nutzen.

  1. L.: Gibt es weitere Überlegungen?

Ludwig Prüss: Nun, ich will auf dem Platz noch einige „Insektenhotels“ aufstellen. Es ist wichtig, auch die Vielfalt der Insekten zu erhalten. In der Natur bedingt eins das andere. Behinderte in den Neuerkeroder Anstalten werden diese Nistkästen für uns bauen. So können wir zugleich die erfolgreiche soziale Zusammenarbeit zwischen dem Braunschweiger Golfklub und der evangelischen Stiftung fortsetzen. Auch hier werden Informationstafeln Aufklärung geben, zugleich auch über die Sponsoren unserer „Insektenhotels“.

  1. L.: Ludwig, als erfolgreicher Ingenieur und Unternehmer, der in seiner Freizeit Golf spielt und auch sein Motorrad noch schätzt, was hat Dich zu diesen neuen Aktivitäten bewegt?

Ludwig Prüss: Die mehr denn je aktuelle Diskussion über den Rückgang der Artenvielfalt und insbesondere den massiven Rückzug der Insekten von nahezu 70%. Andererseits bieten sich viele Ideen und Unterstützer an, dieser Entwicklung entgegen zu treten. Das Ziel, eine mehr naturnahe Anmutung unserer Anlage, kann einen kleinen Beitrag liefern, um im Stadtgebiet von Braunschweig Fauna und Flora mehr Raum und Nahrung zu geben, ohne den sportlichen Spielbetrieb einschränken zu müssen.

V.L.: Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

BUS: v.l.n.r.: Der Initiator Ludwig Prüss, Henri Greil vom Bieneninstitut und Michael Nippgen, Abteilungsleiter vom „Mehrwerk“.

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