In Zeiten der Corona-Pandemie – Golfklub Braunschweig

In Zeiten der Corona-Pandemie – Golfklub Braunschweig

Keine Feste, keine Veranstaltungen, keine Turniere, keine Mannschafts-Wettspiele, keine Spielgruppen was gibt es denn da noch vom Klubleben zu berichten? Na gut, jetzt ist Zeit und Platz auch mal über die Besonderheiten nachzudenken.

Startzeiten: Etwas ganz Neues im Golf-Klub Braunschweig. Ein Startprinzip, von dem wir glaubten, es könne nur mit viel äußerer Organisation und ständiger Kontrolle durchgeführt werden. Wir erinnerten uns an viele gut besuchte Sonntage, an denen sich die Flights an der 1 und an der 10 stauten, manche warteten relaxt bei einem Kaffee auf der Terrasse, andere waren ständig auf der Lauer, wo sie sich dazwischen drängeln konnten. Streit, Gemecker und Unverständnis über den anderen waren an der Tagesordnung. Nun war alles auf einmal ganz anders! Unsere Mitglieder setzten die Startzeiten in Eigenverantwortung mit großer Disziplin und vollständiger Konsequenz um. Kein Streit, kein Gemecker, alles lief geordnet und friedlich. Ein Marshal, eine Ordnungskraft war wirklich nicht erforderlich.

Diese positive Erfahrung setzt jetzt eine ganz andere Fragestellung in Gang. Wenn das alles so gut klappt, warum werden Startzeiten dann nicht generell eingeführt? Dazu gibt es natürlich reichlich Argumente. Ein intensives Für und Wider, ein Entscheidungsprozess, der nicht ganz einfach sein wird.

Keine Mitgliederversammlung: Für viele Mitglieder eigentlich kein besonderes Ereignis, denn wäre man hingegangen oder hätte man den freien Abend genossen. Für die verantwortlich Handelnden natürlich eine konträre Sichtweise. Keine Entlastung, keine Neuwahlen, kein beschlossenes Jahresbudget.

Trotzdem im Klub läuft alles wie gehabt. Nur wenn man genauer hinsieht, wird erkennbar, dass keine neuen, erforderlichen Projekte begonnen werden, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit befinden. Durch die fehlenden Neuwahlen entsteht ein gewisses Interregnum, die einen wollten eigentlich aufhören, die anderen dürfen noch nicht beginnen. Nur gut, dass man sich gut versteht und so auch diese schwierige Zeit gemeinsam meistern kann.

Reger Spielbetrieb: und da ist alles wieder wie gehabt. Man fühlt sich in alte Zeiten zurück versetzt. Die nicht zurückgelegten Divots auf dem Fairway lachen uns wieder an, die nicht ausgebesserten Pitchmarken auf den Grüns lassen grüßen, die fehlenden Papierkörbe machen das Abstellen des eigenen Mülls und der eigenen Getränkeflaschen an den Abschlägen erforderlich! Schade! Ganz ohne Spielbetrieb war unser Platz fast ein Naturschutzgebiet. Wenn wir alle uns etwas mehr anstrengen, könnte das auch zukünftig ein guter Standard sein!

Christian Schütte sagt zwar, der Platz ist kein Pflegeobjekt sondern eine Nutzfläche. Aber es wäre schön, wenn wir sie pfleglich behandeln würden. Und dann können wir sie auch richtig auslasten. Und nach der Pandemie auch wieder ohne die ganzen einschränkenden Regeln.

Autor: Prof. Dr. Jochen Scheuermann

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