Gedanken zum Jahreswechsel von Dietmar Erler

Gedanken zum Jahreswechsel von Dietmar Erler

Man wird sich doch was wünschen dürfen…

Vor dem Klubhaus stehn zwei Barken, wo auf Wunsch nur ich darf parken. Sonst vom Parkplatz auf die Zwölf, weil ich stets mir selber helf. Trotz horrender Mitglieds-Kohle ich mein Bag noch selber hole.

Den Klubbeitrag erst ab April. Turniere dann, wenn ich es will. Kann Anmeldungen ignorieren. Was kümmert`s andre zu blockieren? Wählerisch, mit wem ich spiele, denn Marotten haben viele. Doch die merken`s offenbar nicht. – Von der Zehn spiel ich schon gar nicht.

Übungsfläche umgestalten, kann mich dort doch kaum entfalten.  Wagt der Vorstand glatt mein Kloppen auf der Driving Range zu stoppen!  Eines brauch ich nicht zu üben: Schuld auf andere zu schieben…  Driving Range – ein Platz des Grauens. Klopapier – ein Grund des Klauens.

Pünktlich an der Tee-Time stehen. Auf der Bahn nach hinten sehen.   Amok fahren mit dem Cart passt zu meiner Lebensart.

Auf der Zehn stur eingefädelt und ab dann nur rumgetrödelt. Schief gesteckte Abschlag-Kugeln. Wo steckt Fahne? – Muss man googeln.

Stufen glitschig, Weg voll Kerben. Wunder, dass sie da nicht sterben. Jedem Abschlag ein Geländer.  Ganzer Vorstand nur Verschwender!

Ab dem Abschlag bis zur Fahne Maulwurfhügel wie Vulkane. Kunstvoll unterkellert quasi wie Kanäle von der STASI.  Statt umzusiedeln nur vergrämen. Solch Naturschutz soll sich schämen.

Laub ist nur erlaubt, wenn`s hängt und der Sonne Strahlen lenkt.  Wenn es farbig störend fällt, wird sogleich der Spaß vergällt. Ball liegt unter Laub vergraben. Wozu Greenkeeper wir haben?

Einen Specht in jedem Baum, der meinen Ball, das wär ein Traum, mir zurück aufs Fairway schmeißt. Einen Pro, der nicht verreist.

Seh´ mich selbst nur Bunker harken, Divots glätten, Einschlagsmarken. Gähnend stehn vor jedem Schlag. Marschall her, dass der was sag! Fairways sumpfig oder Brett. Uns  beherrscht das Internet?

Golf-Gewitter ganz verbieten. Krähen solln in Bayern brüten.

Sind die Grüns mal endlich plan, Greenkeeper komm’n angefahren:  Schlitzen, Lüften, Bügeln, Düngen.  Klar, dass da die Putts misslingen.   Spielführer soll nach Gerüchten drauf schon Schimmelpilze züchten.

Nach der Runde wärs von Nutzen: Schläger säubern, Schuhe putzen!

Ohne all die Freude-Fresser wär ich einstellig, nein besser! Teiche weg, die Fairways breiter:  Ich wär längst wie Stamm und Reiter.

Kategorisch denkt man schief Manu Kants Imperativ.  Wo ICH bin, da ruht das WIR. Gott sei Dank gibt’s WOLTERS Bier.

Was ich kaum in Worte fasse, sind Gerüchte der Terrasse. Wer mit wem. Warum wir pleite. Episch und in aller Breite wird behauptet und gestänkert. Ahnungslose werd’n gehenkert.   Golf?  Gesundheit? Toller Sport?  –  Hier regiert das Fallbeil ‚Wort‘. Die, die hier am lautsten quaken, siehst du unten doppelt parken.

Wenig Druck auf Duschen-Köpfen. Minis unter grauen Zöpfen.  Caps im Klubhaus, kaum zu ändern, voller Schweiß mit weißen Rändern. Dreck verstopft die Wasserstelle.  Manager zwar jung, doch helle.

Im Büro die armen Damen, die nach Herztabletten kramen, wissen:  Sonst wo gibt’s mehr Geld. (Doch:) Schönster Arbeitsplatz der Welt!

Aber dann, gar nicht so selten, lieg im Rough und abin am Schelten,  schwebt  ein Helikopter ein. Laut und gelb im Sonnenschein.  Großmaul, Narr! –  Bin schnell verschwiegen. Möchte ich da drinnen liegen?

Also wünsch ich mir im Stillen:  EUER   Wunsch mag sich erfüllen…

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